Logo Titelbild

Apropos Vorsorgeuntersuchung - Tauglichkeit des PSA-Testes zur Früherkennung und Sterblichkeitssenkung des Prostata-Carcinom



Sie haben es vielleicht in der Zeitung gelesen: Unter Bezugnahme auf zwei kürzlich publizierte internationale Screening-Studien (European Randomised Study of Prostate Cancer, PCLO-Cancer Sceening Trial, USA) wird abermals der Nutzen der PSA-Vorsorge zur Früherkennung bzw. Senkung der Sterblichkeit am Prostatakrebs in Zweifel gezogen. Dabei hatte bereits in 2001 eine mit großer Expertise im österreichichen Bundesland Tirol durchgeführte Screeningstudie eine Senkung der Sterblichkeit um 33% ergeben. Bei der Europastudie sind es jetzt mindestens 20%, die amerikanische Studie ist mit erhebliche methodischen  Mängeln behaftet und ergibt keinen statistischen Vorteil. Die Senkung der Sterblichkeit am Prostatakrebs durch Vorsorgeuntersuchung um mindestens 20% ist ein gutes und kein schlechtes Ergebnis, wie  von bestimmten Medizinjournalisten dargesellt. Selbstverständlich kein ein solches Ergebnis nur erreicht werden, wenn auch die nachfolgende Behandlung der Situation des Tumors und der des Patienten genau angepasst ist. Dabei kann die "Behandlung" auch einmal bei nicht sehr aggressivem Tumor in abwartender Beobachtung bestehen ("Active Surveillance"), die dann bei Fortschreiten des Tumors in eine Behandlung mündet.

Fazit: Die PSA-basierte Vorsorgeuntersuchung des Mannes (heute bereits empfohlen ab dem 40. Lebensjahr) kann Männerleben retten, wenn auch die nachfolgende Behandlungsentscheidung unter Einbeziehung des Patienten mit entsprechender Expertise erfolgt.